Hypnose (nach Milton Erickson)

Foto: Distelblüte, z.B. als Konzentrationsobjekt bei der Hypnose

"Wir betrachten die Hypnotherapie als einen Prozess, durch den wir den Menschen helfen, Ihre eigenen Assoziationen, Erinnerungen und Lebenspotentiale für die Erreichung ihrer eigenen therapeutischen Ziele nutzbar zu machen."

Milton Erickson (aus: Hypnotherapie Aufbau – Beispiele – Forschungen, Milton H. Erickson und Ernest Rossi, erschienen bei Pfeiffer, ISBN 3-7904-0328-8)

Hypnose in der Praxis

Durch Trance-Induktion (zumeist verbale Suggestionen) wird der Patient in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt, der eher mit konzentrierter Aufmerksamkeit als mit Schlaf zu charakterisieren ist. Angestrebt wird, beim Patienten einen Suchprozess anzuregen.

Die Hypnotherapie enthält einige Elemente, die auch ohne explizite Trance anwendbar sind, wie das sich Einstellen des Therapeuten auf das System des Patienten und das Hervorheben der positiven Möglichkeiten.

Als mögliche Ziele werden genannt: Veränderung physiologischer Prozesse (Entspannung, Kreislauf), Aktivierung von visuellen, akustischen und somatosensorischen Vorstellungen, Veränderungen des Zeiterlebens, Dissoziation zur Abschwächung hinderlicher oder unangenehmer Erfahrungen, Assoziation von hilfreichen Erfahrungen, Regression und Progression (Zurückverfolgen von Schlüsselszenen oder Durchleben bevorstehender Schwierigkeiten), Symptomtransformation und Refraiming (Neubewertung von Symptomen und Erfahrungen), Unterbrechung gewohnter Schemata bei Denk-, Wahrnehmungs- und motorischen Gewohnheiten, Suche nach kreativen, ungewohnten Lösungen.

Die Hypnotherapie lässt sich den Kurzzeittherapien zuordnen. Sie kommt häufig in einem breiter angelegten Behandlungsprogramm zum Einsatz.

Text: Dorsch, Psychologisches Wörterbuch, Herausgeber Hartmut Häcker, Kurt H. Stapf, Verlag: Hans Huber

Indikationen:

  • Raucherentwöhnung
  • Ängste (Höhenangst, Angst vor Zahnbehandlung)
  • Flugangst
  • Reiseangst
  • Zukunftsängste
  • Schlafstörungen
  • Bewegungsstörungen
  • Entspannung (Kann nicht entspannen)
  • Sprachstörungen – Stottern
  • Schmerztherapie (Migräne, Fibromyalgie)
  • Schmerzen (Vor oder nach medizinischen Eingriffen)
  • Vergangenheitsbewältigung
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Rückführung